Wearing Human Skin – Tour
19.10.2018
Live Music Hall, Köln

Ich war mir nicht sicher was da auf mich zukommen würde. Aber man sagt ja immer so schön, man muss es ausprobieren um zu wissen ob man etwas mag. Nun, das dachte ich mir auch und fuhr nach Köln.
Am frühen Nachmittag kam ich in der Stadt am Rhein an. Vom Bahnhof fällt man direkt auf den Domplatz und kann sich das berühmteste Gebäude der Stadt gleich mal ansehen. Was ich auch tat. Das Wetter war super, für Oktober war es noch recht warm und die Sonne schien auch. Perfekt für einen Spaziergang durch die Stadt und schon mal schauen wo man Abends hin muss.
Am Abend stellte ich mich dann brav in die Schlange vor der Live Music Hall, die mich dann unaufhaltsam ins Innere brachte.
Es war noch Zeit und so gönnte ich mir in dem hübschen kleinen Innenhof noch ein Bierchen, bevor ich die Halle betrat. Ich stand ziemlich weit hinten, aber das sollte sich noch als Vorteil für mich erweisen.
Etwas unpünktlich, dafür aber umso lauter, kamen Dir En Grey dann auf die Bühne. Ohne große Worte legten die Jungs auch gleich los. Der Sound war jedoch so arg übersteuert, dass ich schon im ersten Lied meine Ohrstöpsel reinmachen musste. Danach konnte ich entspannt das Konzert genießen.
Und es war das abgefahrenste Konzert, dass ich je gesehen habe. Das Kyo nicht gerade ein Mann vieler Worte ist war klar, aber er schaffte es mit Gesten das Publikum so anzuheizen, das hätte ich mir nicht vorstellen können. Dazu Die, der so ein richtiger Poser ist mit seiner Gitarre und den langen Haaren. Und an den Drums der für mich absolut unglaublichste Drummer ever – Shinya.
Obwohl gerade erst das neue Album erschienen war, gaben sie auch einige ihrer alten Hits zum Besten. Und egal bei welchem Song, dass Publikum ging voll mit. Schon nach kurzer Zeit erreichten wir in der schlecht belüfteten Halle Saunatemperaturen. Da kommen wir zu dem Punkt wo es gut war, dass ich so weit hinten stand. Dort war nämlich die einzige Tür und mein Kreislauf verabschiedete sich pünktlich zu „Ranunculus“. Doch erst am Ende des Liedes bin ich wirklich raus. War höchste Zeit, ich glaube die beiden Sanis am Eingang hatten mich schon im Visier.
Ich musste eine Weile sitzen bleiben und war leider erst wieder fit, als die Zugabe mit einem grandiosen „The Final“ begann.“ Erst sehr viel später merkte ich wie viel ich vom Konzert verpasst hatte. Mein Kreislauf hatte mich da wirklich böse im Stich gelassen.
Aber die Zugabe bekam ich immerhin noch zu hören, auch wenn ich jetzt soweit hinten stand, dass ich beinahe nichts mehr sehen konnte. Es reichte aus um festzustellen, dass sich Kyo zur Hälfte seiner Kleidung entledigt hatte. Aber wie gesagt hatten wir in der Halle auch Saunatemperaturen.
Wenig später war dann das Konzert zu Ende. Und genau neben mir machte der Merch-Stand wieder auf. Ich, die normalerweise nichts von Merch hält und genau ein Bandshirt besitzt, stand plötzlich draußen in der Kölner Nacht und hielt ein T-Shirt von Dir En Grey in der Hand.
Ja genau, seit dem besitze ich ein Bandshirt 😀









