BABYMETAL – EU Hopping

03.07.2019, London

Was macht man wenn BABYMETAL überraschend das einzige Headline Konzert in Europa ankündigt… natürlich die übrig gebliebenen Urlaubstage zusammenkratzen und Tix besorgen. Genau genommen 2 Urlaubstage, man muss ja sparsam mit diesen, für Notfälle aufbewahrten Tagen, sein.

Also schnell noch eine OysterCard und etwas Bargeld online besorgen, Flug buchen und Zahnbürste einpacken. Is ja nicht weit nach London und so verzichte ich mal auf etwaigen Luxus wie zusätzliche Klamotten.

Genauer Gesagt nach Brixton in die O2 Arena… und das ‚O2‘ vor der ‚Arena‘ wird später noch eine Rolle spielen.

Von Heathrow weiter mit einer der berühmten Londoner Tubes. Wobei ich nicht sagen kann ob die Lautstärke, das Rütteln oder der ständige kalte Luftzug hier das Berühmte sein soll… oder die unerträgliche Hitze in den Stationen die unter der Stadt liegen… wer beheizt im Sommer bei fast 30° ne unterirdische Bahnstation? Das mit ohne Wechselklamotten ist bei diesen Umständen wohl jetzt nicht ganz sooo ne dolle idee gewesen, aber dafür sind ja Billigflieger für ihre gute Luftumwälzung und genügend Abstand zum Sitznachbar bekannt… das, oder ich hoffe mal mein zukünftiger Sitznachbar hat gerade Schnupfen.

Wenn schon Umsteigen dann hier!
Endlich da… und so leer… nein, die Queue geht von der anderen Seite um den Block ^^

Aber nach gut einer Stunde anstehen kommt das erwähnte ‚O2‘ ins Spiel, die Ordner picken sich alle Wartenden mit O2 UK Handy Vertrag raus und setzen diese an die Spitze der Schlange… das mein Congstar Vertrag eigentlich die Konkurrenz ist fällt nicht auf, da die Roaming Verbindung fröhlich den ‚O2 UK‘ Textmarker als erstes anzeigt… Glück beim Roaming, Pech zu Hause vergessen kann man dazu wohl mal sagen ^^

Da die UK Designs der Shirts mich diesmal so gar nicht ansprechen, gleich durch den im Theater Stil gehaltenen Eingangsbereich zur Bühne… oder eigentlich erstmal zur Bar und nen RedBull Exotic gekauft und dann zur Bühne. Kein schlechter Platz, vierte Reihe am linken Rand der Absperrung mit super Blick, da der Barrier-Bereich leicht schräg ausläuft (PSA: Die linke Seite ist normalerweise bei BM die ruhigere Seite, die verrückten tummeln sich eher mitte bis rechts au… äh… hm 🤐).

Die Show beginnt mit der Band ‚Sleep Token‘. Normalerweise bin ich nicht gerade nen Emo Fan, aber der Mix aus Synth und heftigen Gitarren hat eine gewisse Art einem in seinen Bann zu ziehen. Besonders der zum Sound passende und doch irriterende Gesang, der nicht selten in erschütternde Screams abgleitet, wird vom Frontman beeindruckend vorgetragen. Man kann sehen warum Koba diese Band ausgewählt hat. Ihre Erscheinung in Masken und in Kutten gekleidet sowie schwarzer Körperbemalung, und wie sich beim späteren Nachlesen herausstellt, eine Lore die sich um eine alte Gottheit des ‚Schlafes‘ dreht, passt sehr gut zu BMs eigenen Lore Geschichten… auch optische Vergleiche konnten gezogen werden, da Sleep Token mit 3 für die Harmonien zuständigen Mädchen, ebenfalls in Kutten gekleidet, erschien.

Persönlich auch sehr beeindruckend für mich war, dass der Gitarrist gleichzeitig für die Spezialeffekte und Keyboard Passagen zuständig war bzw. die Synth Intros live spielte und dann den Backing Track startete, um wild springend zum Gitarre spielen zurückzukehren.

Arena Emo… Licht optional

Nach einer kurzen Umbaupause steht als nächstes ‚Amaranthe‘ aus Schweden auf der Bühne. Was im iNet häufig als Eurovision trifft auf Melodic Power Metal bezeichnet wird, ist ein Korb voll Fun. Neben den Main Instrumenten besticht Amaranthe durch eine ungewöhnliche Aufstellung mit 3 Sängern. Diese setzen sich aus Clean Female, Clean Male und Harsh Male Vocals zusammen. Dieses Trio präsentiert ihre Songs in einer wortwörtlichen Show, mit ab- und auftretenden Charakteren, so das man das Gefühl nicht ablegen kann einer Rock Opera beizuwohnen. Jeder Song erzählt eine Geschichte, und ohne groß auf die Lyrics zu achten war Frontfrau Elize der Protagonist, die Harsh Vocals der grumpig bis aggressive Freund/Ex und die Clean Male Vocals der wahrgewordene Traum einer jeder Romantik Novelle.

da war für jeden was zum Anschauen dabei…

Nach einer typisch BM läängereeen Umbaupause ertönen die ersten Takte von ‚Megitsune’… gefolgt von einem ohrenbetäubenden Begeisterungsschrei der durch die Halle echot, es können natürlich auch nur die Leute in meinem direkten Umfeld gewesen sein, die mal versuchen wollten was der menschliche Kehlkopf so aushalten kann, gefolgt von einem Army like ‚Hey‘ shanting das zum ersten ‚Sore‘ in ein frenetisches springen des gesamten Floors ausartet… ‚Megitsune‘ halt.

Nun wird es erstmal etwas ruhiger, mit dem eher pop lastigen ‚Elevator Girl‘, dass mit seiner eleganten Endchoreography immer wieder was fürs Auge bietet. Ein absolutes Highlight für mich ist aber ‚Shanti’/Ind-Metal endlich live zu hören, nachdem ich die Vids nach ihrem erscheinen schon ein dutzend mal hab durchlaufen lassen. Die Gesangsleistung von SU, den Indischen Style perfekt zu imitieren, ist wahrlich ein Genuß für die Ohren und die tänzerische Darbietung ist wundervoll. Ganz Davon zu schweigen, dass der Thrash Riff der Gitarre einen geradezu körperlich attackiert.

Weiter über ‚Distortion‘, was nicht ganz so die over the top Reaktionen auslöst, wie auf manchen Festival Vids zu sehen, kommen wir mit ‚Starlight‘ und ‚Syncopation# zu zwei Songs die vom Publikum jeweils geteilt aufgenommen wird. Die eine Hälfte flipt geradezu aus, beide Songs zum erstenmal ausserhalbs Japans live zu hören, und die andere lauscht ergriffen.

Dann das Trio infernale überhaupt das man sich vorstellen kann. ‚Pa Pa Ya‘, ‚Gimme Chocolate!‘ und ‚Karate‘ hintereinander. Wer sich hier als ungeübter in der Mitte des Saales befindet kann gleich einen Hospital Besuch einplanen. Nicht genug damit, dass das Publikum heiß läuft, der Bühnentechniker kommt auch noch auf die Idee ab jetzt abwechselnd die Trockennebel und Feuerkanonen einzusetzen… wer jemals geglaubt hat, dass in der Hölle über Papaya Salat und Schokolade gesungen wird, hat hiermit seine Bestätigung gefunden.

Der Abschluss wird standesgemäß mit ‚The One‘ und ‚Road of Resistens‘ getätigt und läßt ein erschöpftes aber hochzufriedes Publikum zurück.

p.s. wem manches übertrieben erscheint, einmal bei YT nach ‚[MOSHVID] Babymetal LIVE at O2 Academy Brixton, London HIGHLIGHTS‘ suchen, gut zu erkennen da BM Fan-Held Pikachu im Thump ist …und falls es nicht schon down sein sollte, wundern und kopfschütteln… im Takt der Musik ^^

nur mal so ein paar Airport Impressionen ^^

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