DIR EN GREY – Under my skin

This Way To Self-Destruction

2019.11.13

Zepp Nagoya, Nagoya

Dir En Grey in Japan, im Zepp Nagoya. Das Livehouse Zepp ist eine Kette mit Livehouses in diversen Städten. Und ich wollte schon immer mal in so eine Halle.

Und Dir En Grey in Japan zu erleben, würde sicher ein großartiges Erlebnis sein.

Daher hockten GHI und ich uns in den Shinkansen und fuhren ein weiteres Mal nach Nagoya. Irgendwie scheint diese Stadt eine magische Anziehung zu besitzen. Ich kehre immer wieder dahin zurück.

Rechtzeitig erreiche ich die Stadt und kaum war ich aus dem Bahnhof raus, brauchte ich nur noch den Fans mit den Shirts mit den Dir En Grey-Aufdrucken zu folgen. Klar, dass ich mein T-Shirt auch trug.

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In der Nähe der Halle waren bereits Zettel an strategischen Punkten verteilt, in welchen Bereichen welche Ticketnummern zu warten hatten. Meinen Wartebereich fand ich auf Anhieb. Dann beschloss ich noch ein bisschen mich umzusehen. Gut, viel zu sehen gab es nicht. Viele wartende Fans und die Halle von außen.

Es dauerte einige Zeit, bis meine Ticketnummer aufgerufen wurde. Ich bin immer wieder verwundert wie viele Menschen damit beschäftigt sind Fans vor Konzerthallen zu organisieren. Und die Disziplin der Fans ist auch ganz anders als hier. Man hat eine Nummer, also weiß man genau wann man dran ist. Daher wird geduldig gewartet.

Irgendwann wurde mein Ticketbereich aufgerufen und der Staff begleitete uns zum Eingang der Halle. Dort musste ich noch warten bis explizit meine Nummer gerufen wurde, dann durfte ich rein. Drinnen war ein Merchandisestand, aber der war so belagert, dass ich nicht rankame. Also ging ich gleich weiter. Vor den Zugängen zum Konzertraum, gab es Schließfächer. Die nutzte ich auch gleich mal um meinen Kram einzuschließen. Und dann ging es rein. (Und ich Trottel hatte gerade mein Handy ins Schließfach eingesperrt…) Im Übrigen, genau wie meine Ohrstöpsel und nach dem letzten Konzert in Köln, befürchtete ich nun einen fatalen Fehler gemacht zu haben.

Kurz noch ein paar Worte zur Halle selbst. Das Zepp Nagoya ist komplett in schwarz gehalten. Nach hinten hin gibt es Stufen und Breaker. Was ziemlich cool ist, da so auch die Leute weiter hinten noch was sehen können. Und die Breaker sind eine super Abtrennung zu den tobenden Fans und eine Möglichkeit sich anzulehnen. (Achtung: drauf setzen ist nicht erlaubt)

Jetzt aber zu dem Grund weswegen wir dort waren. DIR EN GREY

Da meine Uhr (das Smartphone) im Schließfach lag, kann ich nicht sagen wie pünktlich die Show begann. Aber das Licht ging aus und die Bandmitglieder betraten nacheinander die Bühne. Erst Stille, dann Toben im Saal.

Kyo erschien auf der Bühne und los ging es mit ‚Zetsuentai‘. Die Band präsentierte ihr letztes Album ‚The Insulated World‘, sowie die neueste Single ‚The World Of Mercy‘. Und nichts war so wie in Köln.

Satter Sound dröhnte durch die Halle, untermalt von Videos auf der großen Leinwand und unterstützt von einer wirklich großartigen Lightshow.

Die Band zeigte was sie drauf hat. Ich versuchte wirklich jeden ein wenig zu beobachten und ein Gesamtbild zu erhalten. Doch Kyo zog mit seinem Tun und seinem Gesang immer wieder meine Aufmerksamkeit auf sich. Wobei auch ein beachtlicher Teil für Shinya drauf ging. Ich mag es dem Drummer zuzusehen, auch wenn ich beinahe etwas arg weit weg dafür stand. Ein Opernglas sollte man haben 😀

Dennoch, der Leadsänger ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt der Show. Er führt das Publikum und diesmal nicht schweigend wie in Köln. Der Mann kann reden, das Publikum anheizen und dafür sorgen, dass die Menge mitsingt – für ihn singt und er die Bühne während ‚Values of Madness‘ einfach verlässt.

Die Musik von Dir En Grey geht wirklich unter die Haut. Es ist kaum möglich einfach still da zu stehen und zuzusehen. Teilweise war ich mir nicht sicher ob ich heulen oder schreien wollte, weil mir nicht klar war was ich gerade empfand oder empfinden sollte/wollte. Vor allem weil die Wechsel recht zügig kamen und immer wenn sich ein Stück gerade in meine Haut bohrte, änderte sich der Sound.

Wirklich fiese Gänsehaut jedoch verursachten die letzten zwei Songs. Die Kombination aus ‚Ranunculus‘ und ‚The World Of Mercy‘. Schon mit den ersten Klängen geht ‚Ranunculus‘ mir durch und durch. Wieder so ein Song mit Shinyas Drums, die in meinem Ohr liegen und Kyos durchdringender Stimme. Gänsehaut pur, die einfach keinen Millimeter geht. Und dann oben drauf ‚The World Of Mercy‘. Das einen genauso wenig Luft holen lässt. Hat sich ‚Ranunculus‘ schon in einen reingefressen, weidet ‚The World Of Mercy‘ einen nun aus. Es fühlt sich an wie ein anhaltender Schock.

Einfach… unglaublich.

Mir war nicht klar, dass sowas möglich ist.

Und dann war es vorbei. Der Letzte Klang flirrte durch den Saal und verschwand. Genauso wie die Band von der Bühne. Und endlich verschwand auch meine Gänsehaut.

Nun, das war mal was anderes.

Wenig später entstand im Saal ein Chor, welcher im Takt „Ankore“ rief.

Und natürlich erschienen Dir En Grey noch einmal zu einer Encore. Erst danach war es dann wirklich vorbei.

Kürzer als erhofft. Zu kurz, wenn ich ehrlich sein soll. Doch Gefühlsmäßig so intensiv, dass es völlig ausreichend war. Es brauchte ein wenig, bis ich mich gesammelt hatte.

Ich ließe mich mit der Masse aus der Halle schieben und machte mich auf zurück zum Bahnhof.

Ja, Dir En Grey sind immer ein Erlebnis. Dafür fahre ich auch nochmal nach Nagoya. Irgendwie… ist die Stadt wohl magisch.

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