DIR EN GREY – Soulthiefs

This Way To Self-Destruction

01.02.2020

Astra Kulturhaus, Berlin

Berlin begrüsst mich mit Regen. Doch bekanntlich mag ich Regen. Und ich lebe in der Stadt, wo es angeblich nur regnet – was nebenbei bemerkt überhaupt nicht stimmt. Was also kann ein bisschen Regen in Berlin schon ausmachen, wenn es darum geht DIR EN GREY zu sehen?

Früher als geplant stellen wir – GHI und ich – uns in die Schlange. Sie verläuft über den Hof des ehemaligen RAW-Geländes, die Treppe hinauf und dann links an der Mauer entlang. Und während wir warten kommen beständig mehr Menschen und stellen sich hinten an. Der Einlass beginnt pünktlich und so sind wir relativ schnell in der Halle, welche sich als überraschen geräumig erweist. So habe ich die Möglichkeit ein hübsches Plätzchen weit vorne auszusuchen. Und dieses Plätzchen lohnt sich. 🙂

Mit einer gemütlichen Stunde – ja exakt einer Stunde – Verspätung geht das Licht aus und Shinya, Die, Toshiya, Kaoru und – nach gefühlten weiteren fünf Minuten auch Kyo – erscheinen auf der Bühne. Tosender Applaus und Rufe erfüllen die Halle. Einfach Hammer wie die Band begrüsst wird vom Berliner Publikum.

Sogleich legen die Jungs los mit „Zetsuentai“. Und das Publikum geht voll mit. Sowohl Band als auch Publikum sind super drauf und rocken die Halle in Berlin. Der Sound ist gut, für diese Art von Halle. Die Instrumente sind nicht übersteuert und Kyo ist klar zu verstehen. Dennoch benötige ich nach wenigen Songs meine Ohrstöpsel, da es mir zu laut ist. Doch das war nicht anders zu erwarten, vor allem weil auch das Publikum in einer unglaublichen Lautstärke mitsingt, jubelt und den Jungs auf der Bühne zuruft.

Band und Publikum spiegeln einander wieder. Es ist Wahnsinn wie die Stimmung in der Halle ist. Diese Leidenschaft des Publikums für die Musik und die Band aus Japan ist ansteckend und reisst absolut jeden mit. Die Jungs auf der Bühne greifen diese Leidenschaft auf, denn es ist deutlich zu merken wie sich auch dort die Stimmung ändert.

Die post für die Fans auf der rechten Seite der Bühne. Das Mädchen neben mir ist hin und weg von dem Gitarristen. Ich muss lächeln, da Die wirklich alles gibt um die Mädchen vor der Bühne zu beeindrucken.

Mir persönlich fällt die Kinnlade runter, als ich Kaoru einmal vor mir stehen habe. Der Bandleader steht sonst nur auf der linken Bühnenseite und verhält sich eher unauffällig. Und plötzlich haben er und Toshiya mit Die den Platz getauscht. Im Gegensatz zu Die jedoch post er nicht, sondern ist einfach nur da und überzeugt mit seiner Anwesenheit.

Auch Kyo weiß das Publikum zu beeindrucken. Dem Vocalist mit den skurrilen Darstellungen zu den verschiedenen Songs, fällt es leicht die Fans für sich einzunehmen. Und sobald er singt, sind die Fans ihm ohnehin verfallen. Selbst mit der wenig guten Soundeinstellung des Astra Musikhauses ist Kyos Stimme durchdringend und zieht einen völlig in seinen Bann. Entsprechend tobt das Publikum und zur großen Überraschung der Band, ist das Publikum auch noch Textsicher. Nun, zumindest großteils. Und Kyo steht auf einmal auf der Bühne und starrt ins Publikum, als dieses lautstark und wie einstudiert mitsingt. Das war einfach ein unglaublicher Moment.

Und noch ehe ich mich versehe, beginnen die ersten Töne von „Ranunculus“ und ich weiß wir sind schon so gut wie am Ende angekommen. Die Kombination aus „Ranunculus“ und „The world of mercy“ ist für mich das Highlight des Abends. Doch danach ist Stille im Saal. Nicht im Wörtlichen Sinne, denn die Fans sind alles andere als leise.

Pause.

Für nur noch drei Songs erscheinen sie wieder auf der Bühne.

Erst kurz vor Ende fällt Kyo ein, dass er doch sprechen kann. „Germany“ ruft er dem Publikum entgegen und die Halle bebt. Dies wiederholt er ein paar Mal bis er dann „Letzter Song“ ankündigt. Wieso zum Henker rufen die Fans ja? Niemand will doch, dass sie schon aufhören zu spielen, oder? Ich jedenfalls nicht. Doch es nützt natürlich nichts. Letzter Song „Utafumi“ und danach ist es vorbei. Mal wieder.

Für mich steht jedoch unwiederbringlich fest, ich will sie wiedersehen.

Ich liebe DIR EN GREY. Und das mit jedem Mal ein bisschen mehr.

 

This Way To Self-Destruction – und ich folge diesem Weg. Denn je öfter ich diese Band live erlebe, desto mehr verfalle ich den Jungs. Doch noch bin ich nicht so weit, dass ich wie einige andere Fans, zu jedem Deutschlandkonzert fahre. Mit dem Auto hunderte Kilometer und stets des nachts zurück. Ich hoffe die drei Mädels sind heil nach Hause gekommen und wir sehen uns auf einem der nächsten Konzerte in Deutschland wieder.

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