From The Mothership
21.11.2020
Live aus dem Studio übertragen Mucc dieses Streaming. Definitiv ein Projekt von Miya, welcher den Fans ein super Sounderlebnis präsentieren möchte. Wie er selbst sagt. Und wirklich guten Sound, liefert man am besten mit dem Equipment eines Studios.

Miyas Idee ist super und ich freue mich auf dieses Klangerlebnis. Doch wie es nun einmal so ist, manchmal spielt nicht alles so mit, wie man es sich wünscht. Was nicht heißen soll, dass die Übertragung schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Das Streaming war großartig und der absolute Hammer.
Wir beginnen mit ungefähr 45 Minuten Verspätung. Ich tippe auf technische Probleme, erklärt wird jedoch nichts.
Dann endlich gibt es den Blick in das Studio der Jungs. Miya, Satochi und Yukke teilen sich einen großen Raum. Auch die Keyboards, für unseren Gast Tooru Yoshida, sind dort aufgebaut. Das angekündigte Piano steht in einem separaten Raum und auch der Herr Vocalist hat seinen eigenen kleinen Raum.

Es erscheint merkwürdig im ersten Moment, diese Aufteilung zu sehen und „Justice“ zu hören. Ganz sicher ein Song, der für eine Bühne konzipiert ist, aber im Studiosound eine verdammt gute Figur macht. Schnell wird klar, das hier ist etwas ganz anderes. Ja, ich verstehe was Miya sich hier vorstellt und warum er dies streamen möchte. Zusammenspiel von Instrumenten und Gesang sind einmalig.
Tatsächlich wünsche ich mir zum ersten Mal in meinem Leben, ich hätte eine bessere Soundanlage. Dann könnte ich meinen Nachbarn mal richtig auf den Wecker gehen. Doch mangels dieser, nutze ich mein Headset, da es die beste Qualität liefert.
Ich kann mich kaum entscheiden ob es die Gitarre, das Piano oder Tatsuros Stimme ist, welche mir am meisten Gänsehaut beschert. Es ist nicht zu vergleichen mit Aufnahmen auf einer CD, aber es ist auch nicht zu vergleichen mit einem Livekonzert. Es ist so viel besser und anders.
Der Sound von Mucc ist insgesamt sehr wandelbar und unterscheidet sich von Album zu Album. Daher macht es sehr viel Spaß zu hören, wie „Room“ oder „Game“ oder „25ji no yuutsu“ klingen. Überhaupt bin ich völlig aus dem Häuschen, habe ich doch das Gefühl, Mucc können Gedanken lesen. Sie präsentieren hier einen Stapel Songs, die so fantastisch sind und die ich schon immer mal live oder auch einfach nur jetzt einmal hören wollte. Wie klingen die älteren Werke der Musiker heute? Klar kenne ich von allen Songs die Aufnahmen von den CDs, aber das hier ist etwas völlig anderes. „Rojiura boku to kimi e“ von 2004, ein Song der schon in Wacken gespielt wurde, wird hier neu präsentiert. „Kataribe no uta“ , „Himitsu“, „Game“, „Media no juusei“, „Daraku“ (der einzige Song mit englischem Text), „Brilliant World“ und „Bouzen jishitsu“. Eine Reise durch 23 Jahre Musik von Mucc. Absolut einzigartig und dennoch unverkennbar.
Jeder Song ist eine einzigartige Wahl für diesen Tag und zeigt was Mucc drauf haben. Ich denke, genau das ist es, was Miya mit diesem Streaming zeigen wollte. Den Klang von Mucc.

Und dann gibt es „Saishuu ressha“. Mir fällt die Kinnlade runter, spielen sie hier doch jenes Lied, welches der erste Song war, den ich von ihnen hörte. Ich fühle mich gleichzeitig in eine längst vergangene Zeit zurück versetzt und im hier und jetzt. Danke Mucc, danke für dieses Lied.
Diesmal werde ich nicht viel zur Kameraführung sagen. Sie ist gewöhnungsbedürftig und ich weiß immer noch nicht, warum es einfach nicht möglich ist die Kamera mal still zu halten. Es ist wieder die totale Achterbahnfahrt und man möchte gerne… Aber diesmal ging es ja um den Sound. Es ist perfekt, auch wenn es nicht perfekt ist. Was macht es schon, wenn das Mikrofon des Sängers versagt, es Probleme mit dem Keyboard gibt und sich bei derselben Gitarre zweimal eine Saite löst. Die Musiker nehmen es mit Humor. Irgendwas ist eben immer. Für mich ist es trotzdem perfekt. Ich kann mir vorstellen wie ärgerlich soetwas sein kann, vor allem wenn man so viel Arbeit in ein Projekt steckt. Doch in manchen Dingen steckt man einfach nicht drin. Deswegen möchte ich sagen, ich fand es wunderbar.
Und ganz am Ende präsentieren sie ihren neuen Song. „Myoujou“. Morgenstern.
Wegen dieser Situation, in welcher wir uns derzeit befinden, sind einige Dinge in diesem Jahr anders. Doch es gibt Wege um trotzdem zueinander zu kommen.
Streaming über Zaiko.