Pepper und die Musik

Deadly Silence

Pepper und Buck-Tick

Der Song „Dress“ von Buck-Tick ist das Opening zu der Anime-Serie „Trinity Blood“. So schneiten Buck-Tick in mein Leben und damit auch wieder die japanische Musik. Jahre davor hatte ich schon mal japanische Musik gehört, war nur daran gescheitert, nicht an diese Musik heran kommen zu können. Also geriet sie wieder in Vergessenheit. Was wahrscheinlich so sein musste. Es war noch nicht die richtige Zeit.

Doch „Dress“ brachte sie mir zurück. Die Musik und die Sprache. Angefangen als Punk-Rock-Band in den 80igern, hat sich ihre Musik mit den Jahren sehr verändert. Vieles davon mag ich, einiges eher nicht so. Das gebe ich auch offen zu, dennoch gehören Buck-Tick definitiv zu meinen Favoriten. Und aus meiner Sammlung sind sie nicht mehr wegzudenken.

Pepper und MUCC

Natürlich kann ich noch heute sagen, welches der erste Song war, den ich je von ihnen gehört habe – „最終列車“ (Saishuu Ressha) – und ich kann auch noch sagen was ich zu Beginn über sie dachte und wie ich zu ihrer Musik stand – ‚ganz schön einseitig, der Sänger klingt ja immer gleich‘ – was nicht stimmt. Und das eröffnete sich mir, bei einer Fünfstündigen Busfahrt in der ich mich durch alles an Musik von Mucc hörte, was ich bis zu diesem Zeitpunkt zusammen getragen hatte. Die Musik ist nichts was man einfach im Hintergrund laufen lässt. Denn man muss wirklich zuhören und sich auf die Musik einlassen. Nur dann erkennt man die Unterschiede, die Feinheiten in Tatsuros Stimme. Die perfekt in jeden einzelnen Song passt.

Von da an waren sie fester Bestandteil meiner iTunes-Bibliothek. Doch bis ich merkte, dass ich nicht mehr ohne sie leben konnte, verging noch einiges an Zeit. Inzwischen habe ich erkannt, dass ich mein Herz unwiederbringlich an Mucc – und vor allem an Tatsuro – verloren habe.

(von ghi2000 zu MUCC und ihrer Musik)

Viele der Songs wirken frei von der Hoffnung, dass wiederzuerlangen, was man verloren hat oder zu spät zu erkennen, dass der eingeschlagene Weg unausweichlich in einer Katastrophe enden wird. Oder bewusst die Katastrophe zu wählen, da der Weg es wert ist. Selbst Up-Beat Songs kommen nicht als eine Fortführung etwas Bestehenden rüber, sondern mehr als eine Wanderung etwas Neuem entgegen, mit zurücklassen des alten. Egal wie schwer dieses evtl. wäre …und mit einer allgemeinen ‚Was war wird immer ein Teil bleiben. Was kommt, kann ein Teil werden‘ -Attitüde.

Oder sagen wir mal, man hat Glück, wenn ein Song diese Prämisse einschlägt. Songs die emotional so aufgeladen sind das sie keine Auflösung zulassen, können einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dabei höre ich persönlich kein suhlen in Verzweiflung in diesen Songs, so wie es häufig andere Gruppen vergleichbaren Genres machen, sondern den Ausdruck von tief empfundenem Schmerz, der da ist und angenommen werden muss.

Die trockenen sowie auch die sehnsüchtigen und schmerzhaften Passagen der Songs, werden durch Tatsurous unglaublicher Emotionaler Bandbreite getragen, die er durch seine Stimme wiedergeben kann. Sowohl Stimmungs- als auch Tempiwechsel klingen nie gekünstelt oder erzwungen. Das in Verbindung mit seiner Fähigkeit On- als auch Off-Beat zu singen, erlauben es den anderen Mitgliedern der Band sehr spielfreudig innerhalb der Songs wechselnde Partnerschaften der Instrumente einzugehen, um einen sehr komplizierten, aber trotzdem mitreißenden, Sound zu erzeugen.

Einen weiteren Punkt, der den Liedern eine höhere Authentizität verleiht, ist das Tatsurou für Harsh-Vocals häufig nicht zu Growls neigt, sondern auf Screams zurückgreift, die in ihrer Natürlichkeit den Hörer tief bewegen können.  Aber die vor allem in schnellen Stücken die sonst übliche Aggressivität von Harsh-Vocals fast ausblenden und mehr mit einer ohnmächtigen Wut anreichern….

Pepper und Dir En Grey

Die wahrscheinlich verrückteste und skurrilste Band die ich kenne. Und ich liebe sie. Wie wahnsinnig. Der Sound ist so launisch wie Sänger Kyo. Mal abgefahren und super experimentell und dann wieder total melodisch. Und Shinya ist der absolut beste Drummer den ich je gehört habe. Mit „Macabre“ haben sie eines der genialsten Lieder rausgebracht die ich kenne (Sorry MUCC). Das Stück ist in meiner Lieblingsversion sechszehn Minuten lang.

Und dann gibt es da noch:

lynch. – eine irgendwie unauffällige – und dabei immer ganz in schwarz – Band aus Nagoya die wahnsinnig gute Musik machen. Ein ganz eigener Sound mit total schönen Melodien, die super durch Hazukis Stimme zum tragen kommen. Aber wehe hier denkt einer, die machen Kuschelmusik. Niemals. Nicht lynch.

dexcore – eine noch recht junge Band des Visual Kei deren Song „New Era“ mich letztes Jahr spontan begeistert hat und die mich inzwischen überzeugt haben. Kagamis Stimme ist unglaublich, weswegen ich mir auch sehr gerne die kleinen Side-Projekts anhöre.