21.07.2019
Köln, Deutschland
Necronomidol sind keine Unbekannten hier im Westen, kommen sie doch in letzter Zeit so gut wie jedes Jahr nach Europa. Meistens jedoch eher in Frankreich und England unterwegs, wobei die UK sowieso das Lieblingsziel der vereinzelnden hier auftauchenden Loudols zu sein scheint, ist mit Köln dieses eine Deutschland Premiere für Necronomidol.
Der Plan war diesmal relativ simple, mit einem Auftritt an einem Sonntag wäre es kein Problem ohne Urlaubstag dem Konzert beizuwohnen. Sonntag Mittag runter nach Köln, Konzert genießen, letzte Bahn zurück nach Hamburg und direkt zur Arbeit… das sollten man locker in 36 Stunden unterbekommen, also gerade einmal Schlafen als Ausfall zu vermelden und damit in der nach oben offenen ‚Are you insane?‘-Skale recht niedrig einzuordnen.

Erstmal angekommen, in der für mich schmalsten Venue an die ich mich erinnern könnte, beginnt das Programm mit Celestial Meisters, einer deutschen Band die japanische Lyrics verwenden und Gundam als Inspiration angeben… was bei dem Doom/Post-Metal Mix jetzt nicht so auffällig ist, das mit den japanischen texten, da eigentlich eh nur ein durchgängiges Screaming beim Zuhörer ankommt.

Nach einem recht kurzen Stint von Celestial Meisters und einer etwas chaotischen Umbauphase liefen die Mädels von Necronomidol unter dem Beifall des Publikums, das artig für unsere fünf in schwarz gekleideten Damen eine Gasse bildete, ein.
Die Choreographie von Necronomidol ist sehr theatralisch, was sehr gut zu den lovecraftian beeinflussten Dark Wave Style der Musik passt. Und ich sage hier extra Dark Wave da die Metal Einflüsse aus vergangenen Zeiten, gerade seit dem Member Wechsel, bis ins nicht mehr vorhandene zurückgeschraubt wurden.
Die Performance konnte in ihren langsamen Stücken einen einfangen und in ihren schnellen Phasen das Publikum zum mitmachen anregen… und war die Crowd die sich hier versammelt hatte gut drauf. Jedem ‚hay‘, jeder Armbewegung wurde willigst gefolgt. Und wer dachte das ein größteils deutsches Publikum nicht eine ordentliche Oshi-Huldigung replizieren könne, wurde hier eines anderen belehrt, die mehr seasoned Fans stimmten sogar Wota Chants an… es war glorious 😊

MC… das Stable jeder Idol Show. Diese war alleine schon dadurch sehr unterhaltsam da man hören konnte wie die Worte ihren Weg wohl über Japanisch -> Englisch –> Deutsch genommen haben mussten. So das man neben nicht wegzudenkenden Wichtigkeiten wie das KUNOGIs Onkel in Hamburg lebt und ihr immer Haribos und Brezeln schickt erfuhr, als auch das „Whoo“ des Abends miterleben durfte… da alle Damen ihre Ansprache mit „Ich liebe dich!“ abschlossen, was wohl einem englischem „We love you!“ entsprungen sein dürfte ^^
Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Abend, besonders da ich nach der Show noch kurz in ein Gespräch einsteigen konnte zwischen kompletten Neulingen der ‚Szene‘. Das im Verhältnis zum restlichen Publikum recht junge 3er gespann war zufällig auf das Plakat zur Veranstaltung gestoßen und kurzentschlossen vorbeigekommen, und sehr zu meinem Erfreuen waren auch diese von dem Gebotenen begeistert… denn man darf nie vergessen: Das Ganze soll hauptsächlich Freude und Spaß transportieren, sowohl für das Publikum als auch für die Performer (!!!), und man muss das Verlangen nach perfekter Voicearbeit… etwas zurückstellen können ^^

Als kleine neben Information, der Bonner Hauptbahnhof ist Sonntags ab 23 Uhr geradezu Tod. Was einem das warten auf den 01:32 Uhr Zug nicht gerade vereinfacht, aber dafür das McD Frühstück um 7:20 Uhr in Hamburg recht brauchbar erscheinen läßt… besonders wenn es den Weg zur Arbeit etwas verzögert, denn wer braucht schon Schlaf nach einem der seltenen Idol Shows hier in Deutschland 😉
Du scheinst überhaupt sehr wenig Schlaf zu brauchen… ^^
Hauptsache es hat sich gelohnt, auf den Schlaf zu verzichten und durch halb Deutschland zu fahren.
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